Wohnmobil & Wohnwagen

Markise am Wohnmobil: Bedienung, Regen, Sturm und Pflege

Markise am Wohnmobil richtig ausfahren und abstützen, bei Regen neigen, gegen Wind sichern, rechtzeitig einfahren, reinigen und trocknen – nach Herstellerangaben.

Redaktion CampGuide365 · veröffentlicht 06.11.2026 · 8 Min. Lesezeit

Illustration: Weißes Wohnmobil ohne Markenzeichen auf einer Wiese mit ausgefahrener grauer Markise, die Stützfüße stehen im Gras, zwei dunkle Sturmbänder sind schräg zum Boden abgespanntKI-Illustration

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Eine Markise macht den Platz vor dem Wohnmobil zum Wohnzimmer im Schatten. Sie ist aber vor allem ein Sonnenschutz: Wind, Starkregen und Schnee setzen ihr zu, und bei falscher Bedienung leiden auch die Halterungen an der Fahrzeugwand. Dieser Ratgeber erklärt, wie du die Markise richtig ausfährst und abstützt, wie du sie bei Regen neigst und gegen Wind sicherst, wann sie wieder eingefahren gehört und wie du das Tuch pflegst.

Kurz gesagt

  • Stützfüße früh absetzen: Fiamma nennt für die F45s etwa 1 Meter Auszug, danach gehören die Stützfüße auf den Boden.
  • Immer abspannen, und zwar schon beim Aufbau: Stützfüße mit Heringen sichern, bei Bedarf Sturmbänder (Tie-Down) nutzen.
  • Regen: Markise schräg stellen, damit das Wasser abläuft. Bei starkem Regen, Sturm, Gewitter oder Schnee einfahren.
  • Pflege: mit Wasser und weicher Bürste reinigen, keine aggressiven Mittel, kein Hochdruckreiniger.
  • Nie feucht einrollen. Musst du es doch, die Markise bald wieder zum Trocknen ausfahren.

Illustration: Weißes Wohnmobil ohne Markenzeichen auf einer Wiese mit ausgefahrener grauer Markise, die Stützfüße stehen im Gras, zwei dunkle Sturmbänder sind schräg zum Boden abgespanntKI-Illustration

So ist eine Wohnmobil-Markise aufgebaut

Bei einer Kassettenmarkise wie der Fiamma F45s ist das Tuch auf einer Rolle in einem Gehäuse aufgewickelt, das mit Halterungen an der Fahrzeugwand befestigt ist. Mit einer Kurbel rollst du es aus. Vorn sitzt die Frontblende, in der die Stützfüße eingeklappt sind (Fiamma). Manche Markisen lassen sich auch per Motor bedienen; bei der Omnistor 5200 kann ein Motor nachgerüstet werden (Thule). Beim Modell Omnistor 5200 hat das Frontprofil eine Regenrinne für den Ablauf von Wasser und Schmutz, und der Neigungswinkel lässt sich einstellen (Thule).

Daneben gibt es selbsttragende Markisen ohne Stützfüße. Hier hängt das ganze Gewicht an der Fahrzeugwand, und Abspannen ist nicht möglich. Ein Händler rät deshalb, eine stützenlose Markise immer mit einem Windsensor auszustatten, der sie bei aufkommenden Böen automatisch einfährt (Berger, Händlerquelle). Ob dein Modell einen Sensor hat oder nachrüsten lässt, steht in der Herstellerangabe.

Welche Teile deine Markise genau hat und wie sie bedient wird, regelt die Gebrauchsanleitung des Herstellers. Die folgenden Hinweise stammen aus Herstelleranleitungen und Ratgebern; im Zweifel gilt die Anleitung deines Modells.

Richtig ausfahren und abstützen

Kurz vor dem Ausfahren lohnt ein Blick nach oben und zur Seite: Ist genug Platz bis zu Bäumen, Laternen und dem Nachbarfahrzeug?

So beschreibt Fiamma das Ausfahren am Beispiel der F45s (Fiamma):

  1. Markise mit der Kurbel ausfahren.
  2. Nach ungefähr 1 Meter Auszug die Stützfüße auf den Boden absetzen. Das entlastet die Markise und vor allem die Fahrzeugwand.
  3. Den Stützfuß dazu am Gelenk greifen, zu dir ziehen, aus der Frontblende ausklinken und herablassen.
  4. Markise komplett ausfahren und die Stützfüße auf die gewünschte Höhe einstellen.
  5. Die Stützfüße mit den mitgelieferten Erdnägeln befestigen, damit die Markise bei plötzlichem Wind nicht angehoben wird.

Beim Einfahren gehören die Stützfüße wieder richtig in die Frontblende. Fiamma weist darauf hin, dass sich die Frontblende sonst nicht vollständig schließt (Fiamma).

Vor jeder Fahrt gilt: Prüfe, ob die Markise vollständig geschlossen ist. Kontrolliere außerdem regelmäßig die Befestigung der Halterungen, besonders nach den ersten Kilometern nach der Montage und vor und nach langen Fahrten (Fiamma).

Bei Regen: Neigung und Wasserablauf

Läuft Regenwasser nicht ab, sammelt es sich auf dem Tuch. Diese Wassersäcke können die Markise beschädigen (ADAC). So beugst du vor:

  • Schräg stellen: Eine leichte Schrägstellung lässt das Regenwasser ablaufen. Bei stärkerem Regen den Neigungswinkel weiter erhöhen, damit das Wasser schneller abfließt (ADAC).
  • Einen Stützfuß absenken: Fiamma beschreibt es so: einen Stützfuß etwas heruntersetzen, damit das Wasser abfließen kann, und eine Spannstange (Rafter) anbringen, die das Tuch strafft (Fiamma).
  • Stützen gut verankern, damit die Markise durch Wind oder Wasser nicht ins Schwanken kommt (ADAC).

Kleine Tropfen an der Frontblende bei Regen sind laut Fiamma kein Mangel, sondern beeinträchtigen die Funktion nicht (Fiamma).

Die wichtigste Regel steht aber in der Anleitung selbst: Eine Markise ist ein Sonnenschutz und muss bei kräftigem Wind, starkem Regen oder Schnee eingefahren werden (Fiamma). Der ADAC rät ebenso, die Markise bei starkem Regen, Sturm oder Gewitter einzufahren, um Markise und Halterungen zu schützen (ADAC). Fiamma empfiehlt außerdem, die Markise nicht bei Temperaturen unter 0 °C zu benutzen (Fiamma).

Mehr Tipps für nasse Tage auf dem Platz liest du in unserem Ratgeber Camping bei schlechtem Wetter.

Wind und Sturm: sichern und rechtzeitig einfahren

Das ausgefahrene Tuch bietet dem Wind viel Angriffsfläche. Zwei Dinge helfen: gut abspannen und rechtzeitig einfahren.

Gleich beim Aufbau abspannen

Ein Händler beschreibt das Problem so: Wer erst bei Wind reagiert, ist oft zu spät, weil schon die erste Böe die Markise beschädigen kann. Deshalb gehört das Abspannen zum Aufbau und nicht erst in den Moment, in dem der Wind kommt (Berger, Händlerquelle). Fiamma empfiehlt zusätzlich zu den Erdnägeln an den Stützfüßen den Gebrauch eines Tie-Down als Zubehör (Fiamma).

Sturmband (Tie-Down)

Ein Sturmband ist ein breiter, strapazierfähiger Gurt. Er spannt die Markise nach unten ab und verhindert, dass der Wind sie anhebt. So wird es befestigt (Berger, Händlerquelle):

  • Oben: entweder mit einem Adapter in die Kederleiste eingezogen oder mit einem S-Haken an einer Öse am Gelenk des Stützfußes eingehängt. Der Händler hält die Befestigung an der Kederleiste oft für die stabilere Lösung.
  • Unten: mit einem Hering im Boden. Eine Spiralfeder zwischen Hering und Band mildert die Zugkräfte bei Böen.

Welches Sturmband an deine Markise passt, steht in der Zubehörliste deines Markisenherstellers.

Wann die Markise eingefahren gehört

  • Bei starkem Wind solltest du die Markise trotz stabiler Konstruktion immer einfahren (Thule). Fiamma nennt kräftigen Wind, starken Regen und Schnee (Fiamma), der ADAC zusätzlich Sturm und Gewitter (ADAC).
  • Sturmbänder sind kein Freibrief. Auch der Händler betont: Bei richtigem Sturm muss die Markise eingefahren werden, auch wenn sie abgespannt ist (Berger, Händlerquelle).
  • Wetter im Blick behalten. Der ADAC rät, auf dem Campingplatz regelmäßig die Vorhersage zu prüfen, um die Ausrüstung bei angekündigten Gewittern oder Starkregen rechtzeitig zu sichern (ADAC).

Eine feste Windstärke, ab der eingefahren werden muss, nennen die hier ausgewerteten Herstelleranleitungen nicht. Steht in der Anleitung deines Modells eine Grenze, gilt diese. Ansonsten gilt: lieber einmal zu früh einfahren als zu spät. Das gilt auch, wenn du den Platz für einen Ausflug verlässt und die Markise nicht im Blick hast.

Reinigung und Trocknung

Illustration: Person von hinten auf einem Tritt neben einem Wohnmobil, sie reinigt die Unterseite der ausgefahrenen Markise mit einer weichen Stielbürste, daneben Eimer und GartenschlauchKI-Illustration

Reinigen

Fiamma beschreibt die Reinigung so (Fiamma):

  • Der meiste Schmutz ist oberflächlich und lässt sich mit Wasser und einem sauberen Tuch oder einer Bürste entfernen.
  • Bei starker Verschmutzung etwas neutrales Reinigungsmittel ins Wasser geben, Fiamma nennt Marseille-Seife.
  • Niemals aggressive Chemikalien oder Hochdruckreiniger verwenden. Auch das Gehäuse nicht mit aggressiven Mitteln reinigen, weil sie die Beschichtung verändern können.

Für das PVC-beschichtete Gewebe der Omnistor 5200 nennt Thule milde Seife und Wasser (Thule). Die Fachzeitschrift promobil unterscheidet nach Material: Vinyl vorsichtig mit Gallseife oder Handwaschmittel und lauwarmem Wasser reinigen, nicht schrubben; bei Acryl nur Wasser verwenden. Flecken nur leicht abtupfen statt reiben (promobil). Welches Gewebe deine Markise hat und welche Mittel erlaubt sind, steht in der Herstellerangabe. Für Spezialreiniger gilt ebenfalls die Freigabe des Markisenherstellers.

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promobil nennt außerdem einige Dinge, die das Tuch schonen (promobil):

  • Nicht unter der Markise kochen. Dämpfe können das Tuch beschädigen und Fettflecken verursachen.
  • Vogelkot zügig entfernen, weil er laut promobil Verätzungen hervorrufen kann.
  • Nadelbäume meiden oder das Tuch abdecken, sonst drohen Harzflecken.

Trocknen

  • Nur trocken und möglichst sauber einfahren. Restfeuchtigkeit kann Flecken verursachen (Fiamma).
  • Feucht eingefahren? Dann die Markise nach spätestens 12 Stunden wieder ausfahren und trocknen lassen (Fiamma).
  • Nach der Reise: Wer bei Nässe abreisen musste, fährt die Markise zu Hause zum Trocknen noch einmal aus (promobil).

Typische Schäden und wie du sie vermeidest

SchadenUrsacheVorbeugen
Schäden an Tuch, Gestänge und HalterungenWind oder Wassersack auf dem Tuchabspannen, Neigung bei Regen, bei starkem Wind, Regen, Sturm, Gewitter oder Schnee einfahren (Fiamma; ADAC)
Flecken, Stockfleckenfeucht eingerolltnur trocken einfahren, sonst spätestens nach 12 Stunden wieder öffnen (Fiamma)
Markise schließt nicht vollständigStützfuß falsch in der Frontblende, beschädigtes TuchStützfüße richtig einsetzen; Markise mit beschädigtem Tuch nicht verwenden (Fiamma)
Lockere BefestigungVibrationen während der FahrtHalterungen regelmäßig prüfen, vor allem vor und nach langen Fahrten (Fiamma)
Beschädigte Beschichtungaggressive Reiniger, HochdruckreinigerWasser, weiche Bürste, neutrales Mittel (Fiamma)

Ist das Tuch beschädigt, verwende die Markise nicht weiter (Fiamma). Kleine Risse lassen sich laut promobil mit Reparatursets aus transparenten Klebestreifen ausbessern, die die Markisenhersteller anbieten (promobil). Bei größeren Schäden oder verbogenen Armen hilft der Fachhandel.

Mehr Schutz unter der Markise

Mit Seiten- und Vorderwänden wird der Bereich unter der Markise zum geschützten Raum gegen tief stehende Sonne, Regen und Blicke. Wie das funktioniert, zeigt unser Artikel zur Markisenvorderwand als Sonnen-, Sicht- und Regenschutz. Willst du mit dem Campervan losfahren und das Vorzelt stehen lassen, ist ein Drive-Away-Kit fürs Vorzelt die passende Lösung.

Fazit

Eine Markise hält viele Jahre, wenn du sie als das behandelst, was sie ist: ein Sonnenschutz. Stützfüße früh absetzen, gleich beim Aufbau abspannen, bei Regen schräg stellen und bei starkem Wind, Starkregen, Gewitter oder Schnee einfahren. Gereinigt wird mit Wasser und weicher Bürste, eingerollt nur trocken. Und für dein Modell gilt immer die Anleitung des Herstellers.

Weiterlesen

Quellen

  1. Fiamma (Hersteller): Fiamma F45s: Montage- und Gebrauchsanleitung, Stand abgerufen 06.11.2026
  2. Thule (Hersteller): Thule Omnistor 5200: Produktseite mit Fragen und Antworten, Stand abgerufen 06.11.2026
  3. ADAC Autovermietung: Camping bei Regen: Tipps für gemütliche Abenteuer trotz Schmuddelwetter, Stand veröffentlicht 20.12.2024, abgerufen 06.11.2026
  4. Berger Camping (Händlerquelle): Markise gegen starken Wind sichern, Stand abgerufen 06.11.2026
  5. promobil (Fachmagazin): Pflege-Tipps für die Wohnmobil-Markise, Stand abgerufen 06.11.2026
Redaktion CampGuide365Ratgeber, Überblicke, Kaufberatung

Die Redaktion erstellt Ratgeber, Themenüberblicke und Kaufberatungen. Grundlage sind Herstellerangaben, Fachquellen und das Wissen aus unserem Team.